# Technologie Werk 3 - Kierspe

Im Fertigungswerk Kierspe werden Werkstücke durch Kaltmassivumformung realisiert und in höchster Qualität und Genauigkeit hergestellt. Der Fertigungsschwerpunkt liegt bei der Herstellung von metallischen Massenkaltform- / Fließpressteilen mit Drahtdurchmessern von ca. Ø 2,9 mm bis Ø 16 mm. 

Zusätzlich sind in der mech. Bearbeitung umfangreiche Betriebsmittel im Einsatz um ergänzende spanende und mechanische Bearbeitungen an den Massenkaltform- / Fließpressteilen  vorzunehmen, die sich durch die Herstellung auf Pressen nicht realisieren lassen.

In der Umformtechnik wird die Kaltmassivumformung mittels Druckformen realisiert, bei dem das zu erzeugende Teil nicht erwärmt, sondern im kalten Zustand in Pressen zwischen Pressstempel und einer Matrize mittels enormer Drücke verformt wird. Durch die entsprechenden Formgebungen von Matrizen und Stempel wird der Werkstoff gezwungen, die Freiräume, die durch Matrize und Stempel vorgegeben werden, zu fließen. Hierbei werden auch Durchmesserabstufungen (Reduzierungen oder Vollvorwärtsfließpressungen) realisiert.
Wird das Werkstück reduziert, verlängert sich das Werkstück jeweils in einem verminderten Durchmesser. Wird zwischen Matrizeninnenseite und Stempel ein Zwischenraum, in dem der Werkstoff beim Pressen einfließt, ausgebildet, so entsteht ein entsprechender Hohlraum im Teil. Diesen Vorgang bezeichnet man als Napfen, bei dem durch das Eindringen des Stempels in den Ausgangswerkstück sich eine "Bohrung" bildet. In Abhängigkeit von der Fließrichtung des Werkstoffes beim Pressen wird vom Vorwärts- oder Rückwärtsfließpressen gesprochen.

Kaltumformen oder Zerspanen?

Für die Herstellung von Massenartikeln wie Schrauben, Hülsen, Achsen, Bolzen und stufigen Formteilen ist der Einsatz von Kaltmassivumformung besonders geeignet. Gegenüber der spanenden Fertigung wird der eingesetzte Werkstoff fast vollständig in Artikel umgewandelt. Damit gewinnt mit zunehmendem Werkstoffgewicht und -preis ergänzend zur wesentlich schnelleren Taktzeit die erreichbare Werkstoffeinsparung gegenüber der spanenden Fertigung an Bedeutung.
Eine nachträgliche Vergütung kann durch eine optimal abgestimmte Pressfolge soweit vermieden werden, als dass sich durch die entstandene Kaltverfestigung (gezielt an bestimmten Stellen) sich, nicht zu letzt durch den homogenen Werkstoff und durch den günstigen Faserverlauf beim Kaltfließpressen, hohe Werte für zug-, biege- und torsionsbeanspruchte Teile erzielen lassen.
Weitere Vorteile des Kaltfließpressens sind eine glatte Oberfläche mit Rauhtiefe ähnlich einer geschliffenen Fläche und gute Maßgenauigkeit.
Kostenreduzierend ist zusätzlich die hohe erreichbare Produktionsstückzahl pro Minute im Vergleich zur Herstellung bei einem Drehteil.

Wegen diesen Gründen wird dem Verfahren der Kaltumformung heute bereits in der Konstruktion immer häufiger Beachtung geschenkt. Der Kostenvorteil gegenüber der spanenden Fertigung wird vor allem bei den Großserien für unsere Kunden interessant. Die gegenüber der spanenden Herstellung nicht unerheblichen Werkzeugentwicklungs- und Werkzeugherstellungskosten lassen sich über das Einsparpotential der besseren Materialeinsatzes und der höheren Produktionsstückzahl pro Minute bereits nach kurzer Zeit amortisieren.